Crewwechsel bei unserer Vorstandschaft

Bei der Jahreshauptversammlung wählten unsere Mitglieder unter anderem einen neuen Vorsitzenden: Michael Bendixen löst Heinz Schwenk ab. Er hatte in den vergangenen drei Jahren einiges bewegt, wie unser zweiter Vorsitzender Norbert Kutz in seiner Laudatio herausstellte.

Außerdem würdigte Heinz vor seiner offiziellen Amtsübergabe die Verdienste von Pirmin Debus und Natalie Stegschuster. Mit ihrer Arbeit als Schriftführer sowie im Vergnügungsteam hätten sie den Club in den vergangenen Jahren erfolgreich mitgestaltet – ob im Hintergrund und oft am Bildschirm für eine moderne, digitale Vereinsverwaltung oder im Clubhaus bei der Sanierung oder den verschiedenen Themenabenden. Die Mitglieder stimmten Heinz mit Applaus zu.

Zum Versammlungsbericht

In den vergangenen drei Jahren hatte sich Heinz als Vorsitzender mit „viel Herz und besonders persönlicher Kraft“ für den SCRR eingesetzt, wie der wiedergewählte zweite Vorsitzende Norbert Kutz in seiner Laudatio herausstellte. Als besonders „sichtbares Zeichen“ nannte er die Erneuerung unseres Clubhauses, die Heinz federführend angestoßen hatte.

Guggi wichtige Adresse für ostbayerische Seglerjugend

Zu seinen weiteren Verdiensten zähle der Regattabetrieb, den Heinz mit Investitionen in Begleitboote nicht nur unterstützt, sondern auch weiterentwickelt habe: Neben langjährigen Konstanten wie der Regensburger Stadtmeisterschaft oder die Ostbayerische Jugendliga – ein vereinsübergreifendes Format, bei dem jugendliche Segler nicht nur die Seen in Ostbayern kennen lernen, sondern auch ohne Leistungsdruck an den Regattasport herangeführt werden – etablierte Heinz in seiner Amtszeit die Sonntagsregatten.

Auch für die Jugend hatte Heinz stets ein offenes Ohr, was sich vergangenes Jahr besonders deutlich in der Mitgliederstatistik niederschlug: Die Vereinsjugend wächst weiter. Es fanden vergangenes Jahr zwei Jugendtrainings mehr im Vergleich zum Vorjahr statt, wie der wiedergewählte Jugendleiter Martin Brüll herausstellte. Zudem habe man „viel mehr Jugendliche vom Guggi weggebracht“: Erklärtes Ziel ist, besonders den Nachwuchs beim Segelsport zu unterstützen – am heimischen Revier, aber auch auswärts bei Regatten. Die Seglerjugend habe den Verein unter anderem bei internationalen Regatten vor Kiel und der slowenischen Küste vertreten, sagte Martin.

Diesen Kurs wolle er als neuer Vorsitzender halten, sagte Michael Bendixen nach den Neuwahlen. In seiner 18-jährigen Mitgliedschaft engagierte sich er unter anderem als stellvertretender Jugendleiter. Als Vorsitzender will er in den nächsten Jahren die Clubbootflotte erneuern, aber dennoch sparsam haushalten.

Als erste offizielle Amtshandlung ehrte er folgende Mitglieder für ihre langjährige Vereinstreue: Michael und Sandra Denzler mit Jakob und Oskar, Birgit Geilersdorfer, Simon Folger und Felix Kirsch (alle zehn Jahre Mitgliedschaft) sowie Tobias Kirsch für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Die neue Vorstandschaft

Die neue Vereinsführung des SCRR mit Michael Bendixen als Vorsitzenden setzt sich folgendermaßen zusammen: Norbert Kutz (zweiter Vorsitzender), Ulrich Follmann und Albert Rothfischer (Schatzmeister), Pia Heindl und Anja Straußberger (Schriftführer), Martin Brüll und Markus Ziegler (Jugendleiter), Jürgen Straußberger und Klaus Jakobiak (Platzwart), Michael Denzler und Stephan Gsteu (Regattawart), Hans-Martin Weber und Elke Kistner (Bootswart) sowie Monika Ziegler, Claudia Werner und Bernhard Roesen (Gesellschaftswart).

Ein Urgestein und Kümmerer: Abschied von Peter Schünemann

Es war eine Nachricht, die vergangene Woche die Regensburger Wassersportwelt erschüttert hat. Peter Schünemann, ein leidenschaftlicher Ruderer und Segler, ein Urgestein und unermüdlicher Kümmerer, ist tot. Er ist am Freitag, 16. Mai, im Alter von 82 Jahren gestorben und hinterlässt eine Lücke, die man kaum füllen kann. In seinem privaten Umfeld, aber auch bei den vielen Vereinen, die er teils mit aufgebaut hat – wie den SCRR.

Peter war unser letztes, noch aktives Gründungsmitglied, ein SCRR-Urgestein. Gemeinsam mit elf anderen Segelbegeisterten beschloss er 1978 die Vereinsgründung und engagierte sich in den ersten Jahren direkt in der Vorstandschaft – mit besonderem Augenmerk auf Einsteigern. Jedem den Zugang zum Segeln zu ermöglichen und „als Mitglied den Segelsport in jeglicher Hinsicht zu fördern“, war für Peter nicht nur ein Satz in der Vereinsordnung – sondern sein Credo.

2018 wurde er für sein jahrelanges und unermüdliches Engagement zum Ehrenmitglied des SCRR ernannt. Doch Peter machte weiter, bis zuletzt brachte er sich im Vereinsleben ein. Anfang Mai machte er noch den Club-Kielzugvogel segelklar. Es sollte das Großfall getauscht werden, doch niemand am Vereinsgelände konnte in das neue Fall ein Auge spleißen. Ein Anruf bei Peter und keine Stunde später war er am See und machte es einfach selbst.

Seine Knotenkurse waren legendär, mit seiner Leidenschaft für das Dickschiffsegeln hob er die Aktivitäten des jungen Segelvereins bald auf ein völlig neues Niveau. Er organisierte Törns, später als Flottillenkapitän auch die Vereinsflotillen. Er bildete Skipper aus und zeigte Neulingen die schöne Seite des Segelns. Ohne sie zu überfordern.

„Er hat sich immer nach dem schwächsten Crewmitglied gerichtet. Manchmal ging mir das richtig auf den Geist, wenn wir trotz super Segelwind nur mit Maschine gefahren sind, weil es jemandem zu viel Schräglage war“, erinnert sich unser Mitglied Petra Follmann. Sie hat viele Törns mit Peter auf einem Boot verbracht und ihn schätzen gelernt – als Segler, vor allem aber als Freund. „Er wusste, was er wollte. Er hat sich nicht von anderen beirren lassen.“ Trotzdem hatte er immer ein offenes Ohr – selbst wenn er die Dinge anders sah. „Er hat es nie auf einen Streit angelegt. Lieber war er ruhig und hat nichts mehr gesagt“, sagt Petra. Mit ihr redete Peter auch mal über das, was er ansonsten im Verein meist hinten anstellte: sich selbst. Seine Gedanken und Gefühle.

Peter war jemand, der wusste, wie man sich zu verhalten hatte. „Er war ein Mann der alten Schule. Er kannte die ganzen Höflichkeitssachen. Dass der Mann der Frau zum Beispiel die Autotür aufmacht.“ Und er war jemand, den so schnell nichts aus der Ruhe brachte. Weder an Land noch auf See. Wer mit ihm einmal über das Segeln, besonders auf Dickschiffen, gefachsimpelt hat, könnte meinen, Peter wurde das Segeln in die Wiege gelegt.

Doch als er damals, im Dezember 1978, durch einen Arbeitskollegen in einem Regensburger Wirtshaus bei der Gründungsversammlung des SCRR saß, hatte Peter kaum mit Jollen und Yachten zu tun gehabt. Das Wasser faszinierte ihn zwar schon immer, als Jugendlicher entdeckte er das Rudern für sich, was ihn sein ganzes Leben begleiten sollte. Aber das Segeln, das lernte er erst beim SCRR. Auf einem Laser – so wie viele Mitglieder nach ihm, als er auf seiner ziegelroten „Ois easy“ bei den Laserrunden am Freitagabend seine Fähigkeiten weitergab. Seine knapp unter den Oberschenkeln abgeschnittene, durchgewetzte Segel-Jeans gehörte genauso zu Peter wie die Halbe danach.

Mit seinem Laser wollte Peter dieses Jahr eigentlich wieder öfter aufs Wasser. Doch nun ist er aufgebrochen. Aufgebrochen auf seine letzte große Reise ans Ufer der Unendlichkeit.

Machs gut, Peter!

Kurs auf Sichtbarkeit: Der SCRR im DEZ

Einige Passanten dürften zwei Mal hingeschaut haben, als wir am Samstagmorgen einen Anhänger voller Jollen quer durch das Donau-Einkaufs-Zentrum (DEZ) geschoben haben. Nach wochenlangen Mails, Absprachen und Videokonferenzen war es endlich soweit: Gemeinsam mit unseren Gugginachbarn, der SGR, und unseren Seglerfreunden vom Brückelsee (YCW und RSB) haben wir am Samstag im DEZ unseren Sport vorgestellt. Und gezeigt, dass man in der Oberpfalz sehr wohl (erfolgreich!) segeln kann.

In weniger als einer Stunde haben wir die Freifläche zwischen Rolltreppen und Drogeriemarkt Müller, Sport Tahedl und Sparda-Bank in eine begehbare Ausstellung rund zum Segelsport in der Oberpfalz verwandelt. Neben Stellwänden mit Fotos, Lesegeschichten und Infoflyern zum Verein und unserer Ausbildung wartete auf die Passanten eine Diashow – und zwei unserer Clubboote. Für manche dienten die Jollen als Anschauungsobjekt, bei anderen wurden Erinnerungen geweckt: Immer wieder blieben ältere Besucher stehen, erzählten von früher, als sie selbst noch auf solchen Booten unterwegs waren – und zeigten sich erstaunt, dass rund um Regensburg tatsächlich gesegelt wird.

Für die Jüngsten hatten wir einen Opti-Simulator aufgebaut. Dazu hoben wir einen unserer Vereins-Optis auf ein spezielles Drehgestell.

Das stellte uns der Yachtclub Weiden für unsere Veranstaltung dankenswerterweise zur Verfügung. Damit konnten die Kinder im Opti Probesitzen, einmal selbst das Ruder in die Hand nehmen und sogar erste Trockenwenden ausprobieren – ein echter Publikumsmagnet, wie sich im Verlauf des Tages zeigte.

Nach knapp zehn Stunden Vereinsvorstellung gaben sich unsere Mitglieder Albert und Michael Bendixen zufrieden. Sie hatten die vereinsübergreifende Veranstaltung über Wochen mit bemerkenswerter Akribie organisiert: Von Verlängerungskabeln bis Kreppband für Namensschilder dachten die beiden wirklich an jedes Detail. Trotz schönem Wetter war an diesem Tag im DEZ einiges los und das Interesse an unserem Sport nicht gerade gering – Stapellauf geglückt!